Orthopädische Praxisgemeinschaft
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leopold medical center
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80804 München

Tel. Dr. Kaisser
089 322 99 19-0

Tel. Dr. Schellinger
089 36 47 25

Öffnungszeiten:
Mo – Do 8:00 bis 18:00
Fr 8:00 bis 15:00 Uhr

Der süddeutsche Orthopädenkongress in Baden-Baden vom 30.04. bis 03.05.2009 bestätigte wieder erneut die Trends in der orthopädischen Chirurgie:

 


Die ausgewogene Balance zwischen konservativer und operativer Behandlung ist ein entscheidendes Qualitätskriterium in der Behandlung unserer orthopädischen Patienten in allen Altersgruppen. Ein erfahrener Orthopäde, der sich sowohl in konservativer wie in operativer Behandlung auskennt, kann seine Patienten durch eine differenzierte Indikationsstellung entsprechend beraten, wann eine Operation dringend erforderlich ist, und wann eine konservative nicht operative Behandlung noch angezeigt ist. Beispiel: Nicht jeder Bandscheibenvorfall muss operiert werden - wenn aber trotz ausgiebiger Therapie die Schmerzen nicht dauerhaft zu beseitigen sind oder sogar Gefühlsstörungen und motorische Lähmungen vorhanden sind, dann hilft nur eine rechtzeitige Operation um weiteren und irreversiblen Schaden von dem Patienten abzuhalten - und insbesondere eine Chronifizierung zu vermeiden.

Ebenso ist der Trend zu einem atraumatischen operativen Vorgehen nicht zu übersehen - ohne jedoch mit extrem kleinen Zugängen zusätzliche Gefahren für den Patienten entstehen zu lassen. Auch hier ist die Ausgewogenheit zwischen kleinem Zugang und gleichzeitig noch ausreichender Größe von Bedeutung, so dass nicht unnötige Kräfte und Traumatisierungen der Weichteile notwendig werden, deshalb, weil der Hautschnitt möglichst klein sein soll. Zu kleine Zugänge führen häufig auch zu einer Fehlposition von Implantaten, zusätzlichen Blutungen und nicht unerheblichen Knochenverletzungen. Der kleine Zugang soll nicht zum Fetisch werden; Es gilt das Motto: ,,so klein wie möglich, so groß wie nötig!".

Auch spielte die Gesundheitspolitik auf dem Orthopäden-Kongress eine große Rolle. Es wurde hier wieder von allen Verantwortlichen darauf hingewiesen, dass die Überbürokratisierung der Ärzte in Praxis und in Klinik dazu führt, dass der Patient und seine Sorgen und Nöte nicht mehr im Vordergrund der medizinischen Versorgung stehen! Finanzielle Einsparungen, Überbürokratisierung, Dokumentation im Überfluss, schriftliche Anträge und Widersprüche haben ein Ausmaß erreicht, dass keine Zeit und nur noch wenig Geld übrig bleiben, um das eigentliche Ziel unserer ärztlichen Behandlung zu erfüllen: nämlich die Sorge und Betreuung unserer Patienten.

Die süddeutschen Orthopäden weisen erneut darauf hin, dass das freie flächendeckende Facharztwesen mehr als gefährdet ist: große Zentren in Ballungsräumen ohne Versorgungsmöglichkeiten der Peripherie führen zu Verhältnissen, wie sie in der ehemaligen DDR und im noch immer nicht funktionierenden englischen verstaatlichten Gesundheitssystem bekannt sind. Niemand versteht, warum man sich die beiden schlechtesten Gesundheitssysteme dieser Welt, als Vorbild für die Zukunft der medizinischen Versorgung der deutschen Bevölkerung nimmt. Die süddeutschen Orthopäden weisen darauf hin, dass eine Veränderung der ideologischen Ausrichtung des deutsche Gesundheitssystems mit den jetzt anstehenden Wahlen zweifellos dringend notwendig ist. Ärzte müssen wieder Freiraum und Luft haben, um sich empathisch voll um die Belange ihrer Patienten kümmern zu können.