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Vom 21.-24.10.2009 fand in Berlin der große Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie statt. Es wurden nahezu sämtliche Bereiche der Orthopädie und Unfallchirurgie abgehandelt: künstliche Gelenke, Wirbelsäulenerkrankungen, Arthrose und Verschleißerkrankungen, Vorfußoperationen, Knorpelschädigungen und Möglichkeiten der Knorpeltransplantation, moderne Verfahren der Schmerztherapie und unfallchirurgische Knochenbruchbehandlungen! Und nicht zuletzt wurden die Rahmenbedingungen eines Gesundheitssystems, in welchem über die letzten Jahre hinweg viele Strukturen zerstört wurden, besprochen. Neue Formen der Kooperation (Therapieschienen, integrierte Versorgung und Direktverträge mit Kassen) stellen einen grenzenlosen Wirrwarr dar, bei dem sich weder die Politik, noch die Krankenkassen, noch die Leistungserbringer auskennen – geschweige denn, der am meisten betroffene Patient!
Im Bereich der Endoprothetik bestätigte sich der Trend zu zementfreien Implantaten, zu möglichst schonenden und wenig traumatisierenden Operationstechniken unter Berücksichtigung zunehmend allergischer Komponenten bei gelegentlich vorkommender Unverträglichkeitsreaktion nach Implantateinbau. Ingesamt wurde jedoch erneut bestätigt, dass insbesondere die Hüftgelenksendoprothetik, im Besonderen aber auch die Kniegelenksendoprothetik einen noch nie erreichten hohen Standard mit sehr zufrieden stellenden Ergebnissen erreicht hat.
Ebenso sind die zahlreichen Methoden der Vorfußoperationen zunehmend differenzierter geworden, die Ergebnisse wesentlich besser, obgleich auch heute mit modernsten Operationsverfahren gelegentliche Rezidive und Einschränkung der Bewegungsfunktion zu sehen sind.
Einen breiten Spielraum nimmt die Forschung bezüglich Züchtung von Stammzellen und insbesondere der Transplantation von Knorpelzellen ein. Die Methoden sind zunehmend ausgereift und die Ergebnisse – obgleich es sich hier um einen „Ersatzknorpel“ handelt – trotzdem sehr erfolgversprechend.
Allgemein wurde beklagt, dass die ärztliche Fortbildung sich heute leider zu einem großen Teil um Veränderungen der Struktur des Gesundheitswesens und die daraus abgeleiteten überbordenden administrativen Aufgaben kümmert – und ärztliches Handeln steht mehr und mehr unter der Kontrolle von Politik, Verbänden, Krankenkassen mit einer überschießenden Flut an Dokumentation und Administration! Regelleistungsvolumina, die pro Patient und Quartal festgeschrieben sind, beeinträchtigen die umfassende und empathische Betreuung unserer Patienten, wofür die allermeisten Ärzte ja letztlich bei der Wahl ihres Berufes mit Idealismus angetreten sind. Der Hoffnung wurde in Berlin Ausdruck verliehen, dass die Abwärtsspirale endlich zu Ende kommt und eine neue, wieder mehr an der Versorgung des Patienten orientierte Medizin Fuß fassen kann. |