Auch dieses Jahr wurde der große, zentrale Kongress der Orthopäden und Unfallchirurgen in
Deutschland in der Bundeshauptstadt Berlin von Dr. Kaisser besucht.
Die Themen waren im
Wesentlichen: künstliche Gelenke, Verschleißerscheinungen der Gelenke und der
Wirbelsäule, Sportverletzungen, Vorfußoperationen, sowie Forschungsergebnisse bezüglich
moderner Implantatmaterialien, sowie Transplantationsergebnisse von Meniskus- und
Knorpelgewebe. Neue Materialien zur Implantation wurden vorgestellt- dies aber eher als
Forschungsergebnisse, noch nicht in der alltäglichen operativen Medizin einsetzbar.
Bei den künstlichen Hüftgelenken wurden neue Prothesen mit kürzeren Schäften vorgestellt;
darüber hinaus modulare Systeme, die bei schwierigen anatomischen Verhältnissen zu einer
besseren Rekonstruktion der physiologischen Verhältnisse und optimalen Biomechanik lür
die spätere Gelenkfunktion führen sollen.
Deutliche Fortschritte haben die Knorpelzelltransplantationen gemacht: obgleich nur ein
Ersatzknorpel entsteht sind die subjektiven klinischen Ergebnisse recht zufriedenstellend. Die Knorpeltransplantation bedeutet natürlich nicht eine ,,Restitutio ad integrum“ (vollständige
Wiederherstellung des ursprünglich gesunden Gelenkes) - jedoch eine hochwertige Reparatur
des verletzten Gelenkes. Die Indikationsstellung ist jedoch sehr stark von der Lokalisation
und dem Ausmaß des Knorpelschadens abhängig, sowie von dem Alter des betroffenen
Patienten.
Weiterhin stellt ein sehr interessantes Gebiet orthopädischer Behandlungsmöglichkeiten die
Spinalstenose der Wirbelsäule dar. Hier handelt es sich um verschiedene Formen der
Spinalstenose: zentraler Kanal, Rezessus lateralis und die Zwischenwirbellöcher. In allen drei
Bereichen kann es zu einer Einengung kommen. Meistens besteht eine Kombination aus
mehreren anatomischen Bereichen. Und häufig bestehen diese Einenungen beidseits und
möglicherweise sogar auf mehreren / vielen Etagen. Die Spinalstenose kann an der
Lendenwirbelsäule, aber auch an der Halswirbelsäule auftreten. Hier ist
differentialdiagnostisches Geschick der untersuchenden Ärzte gefordert. Die
Therapiemöglichkeiten sind vielseitig. Im Vordergrund stehen - soweit keine Notfallsituation
mit Lähmungen besteht - die nicht-operativen Behandlungen, multi-modal und
polypragmatisch, in Form von spezieller Krankengymnastik und physikalischer Therapie.
Medikamente, Infusionen, Infiltrationen in den Wirbelkanal bzw. an die Nervenwurzeln ....
Als operative Maßnahmen bieten sich die wenig traumatisierenden
Dekompressionsoperationen an, ggfs. bei gleichzeitiger Implantation eines interspinösen
Spreizers. Diese Spreizer werden zwischen die Dornfortsätze geschoben, sie stellen eine Art
,,Abstandshalter“ dar. Sie werden in der Zwischenzeit von zahlreichen Firmen unter sehr
unterschiedlichen Eigennamen hergestellt und vertrieben. Die Ergebnisse sind im Großen und
Ganzen sehr gut; es kann jedoch auch hier zu Lockerungen, Irritationen, Rissen an den
knöchernen Dornfortsätzen, .... kommen. Im Allgemeinen sind diese interspinösen Spreizer
gut verträglich. Ggfs. sind sie leicht zu entfemen, insbesondere das X-Stop Implantat bei
dem nur ein kleines Schräubchen am Gegenflügel geöffnet werden muss, um den Spreizer aus
seinem Implantatlager wieder zu befreien.
Insgesamt handelte es sich bei dem Berliner Zentralkongress wiederum um eine hoch
interessante, wissenschaftlich hochstehende Veranstaltung mit sehr großer internationaler
Beteiligung. Dieser Kongress lässt sich durchaus mit internationalen Kongressen in USA oder
anderen Kontinenten vergleichen.
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