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Dr. Kaisser hielt am 22.04.2008 einen Vortrag über orthopädische Chirurgie bei älteren und geriatrischen Patienten vor einem der zahlreichen Münchner Hausarztkreise. Es wurde hier dargelegt, dass die moderne orthopädische Chirurgie ebenso wie die modernen Narkoseverfahren die Operationsindikation bei älteren Patienten deutlich erweitert hat. Das zunehmende Älterwerden unserer Bevölkerung (demographische Entwicklung: Frank Schirrmann, (FAZ: Methusalem-Komplex) hat die Erwartungshaltung deutlich verändert: Auch im hohen Alter ist Lebensqualität und Aktivität bzw. Mobilität gefragt und erwünscht. Die moderne Medizin kann hierfür einen großen Beitrag leisten, so dass das hohe Lebensalter „menschenwürdig“ erlebt werden kann. Es gibt viele kleininvasive und microchirurgische Eingriffe, die aufgrund ihrer geringen Belastung des Patienten und der kurzen Narkosedauer auch bei alten Patienten durchgeführt werden können. Im Extremfall sind dies sogar „palliative“ Operationen, die nur dazu dienen, die Pflege solcher Patienten leichter und ggf. schmerzärmer/schmerzfrei zu gestalten. Dies betrifft z. B. osteoporotische Wirbelkörperbrüche, die mit einer perkutanen Zementauffüllung des Wirbelkörpers über eine dünne Sonde, die ihrerseits über eine kleine Stichinzision in den Wirbelkörper eingeführt wird, sehr einfach und risikoarm behandelt werden können (Kyphoplastie).
Die anschließende Diskussion zeigte Einvernehmen mit den Hausärzten, dass die Betreuung aller Patienten, insbesondere aber dieser älteren und geriatrischen Patienten, nur optimal auf dem Boden einer guten fachärztlich-hausärztlichen Kooperation erfolgen kann. Die Indikation für operative Eingriffe sollte von beiden Seiten gemeinschaftlich festgelegt werden - und insbesondere bei jedem operativen Eingriff ist zu fragen ist, ob alle konservativen Behandlungsmaßnahmen, die sich in den letzten Jahren ebenfalls deutlich weiterentwickelt und verbessert haben, bislang ausreichend ausgeschöpft sind. Insbesondere ist diese Frage unter dem Aspekt zu stellen, dass die schmerztherapeutische Behandlung von Patienten heute wesentlich effizienter und mit weniger Nebenwirkungen durchgeführt werden kann (siehe hierzu Schmerztherapie).
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