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Künstliche Gelenke/Endoprothese
Künstliche Gelenke (Endoprothesen) werden hauptsächlich an Hüft- und Kniegelenk, seltener auch an Schulter-, Ellbogen- und Sprunggelenk implantiert. Diese Eingriffe werden notwendig bei starker Zerstörung der Gelenke, die meist mit star-ken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergehen. Die Ursachen sind z.B. Verschleiß-erkrankungen wie Arthrose, oft aber auch Zustände nach Unfällen, bei Fehlstellungen, bei Durch-blutungsstörungen oder Stoffwechselerkrankungen. Häufig müssen Gelenkersatzoperationen bei rheumatischen Erkrankungen durchgeführt werden.
Soweit möglich werden künstliche Gelenke heute ohne Zement implantiert - natürlich in Abhängigkeit von der Knochenbeschaffenheit und dem Alter des Patienten. Zementfreie Implantate setzen eine exakte Operationstechnik voraus, damit sie optimal mit dem Knochen verwachsen können. Gelegentlich sind jedoch zur besseren Verankerung dünne Schichten aus "Knochenzement" notwendig, der zusätzlich mit Antibiotika versetzt ist. Künstliche Gelenke besitzen heute einen sehr hohen Haltbarkeitsgrad; jedoch sind auch Lockerungen möglich, so dass in seltenen Fällen später eine Wechseloperation notwendig werden kann.
Die Implantation künstlicher Gelenke erfolgt heute unter der Maßgabe einer "möglichst wenig invasiven und traumatisierenden" Operation. Begriffe wie Miniinvasiv, less-invasive und less-traumativ sind sehr vage und allgemeine Begriffe, die nicht exakt definiert sind. Entscheidend ist: Nicht die Größe des Hautschnittes ist entscheidend, sondern das Ausmaß der Traumatisierung der tiefer gelegenen Weichteil- und Muskelschichten. Grundsätztlich sollte der Zugang so klein wie möglich, jedoch aber auch so groß wie nötig sein! Muskulatur soll dabei so wenig wie möglich traumatisiert oder durchtrennt werden. Der das Gelenk umgebende Weichteilmantel soll möglichst nur "stumpf und vorsichtig abgeschoben" werden.
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